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Quallen, Korallen und Schwämme

Viele Korallen (Blumentiere) sehen aus wie wunderhübsche Pflanzen. Festgewachsen auf ihrem Untergrund sehen sie so überhaupt nicht aus wie Tiere. Wenn viele Korallen dicht gedrängt nebeneinander gedeihen spricht man auch von Korallengärten: Die Korallen - "Blumentiere" also Tiere, die echt wie Blumen aussehen, bilden zusammen einen wunderschönen Unterwassergarten. Nur blühen in diesen Garten keine Pflanzen, sondern stehen Tiere, die kleine Lebewesen aus dem Wasserfiltrieren.

Die meisten Quallen und die Korallen gehören zu den Nesseltieren.Das sind einfach gebaute, vielzellige Tiere, die die Küsten, den Grund und das offene Wasser der Weltmeere und einige Süßgewässer bewohnen und durch den Besitz von Nesselkapseln gekennzeichnet sind. Es gibt Schirmquallen, die elegant durchs Wasser schweben und auch festgewachsene Blumentiere: Seeanemonen, Stein- und Weichkorallen sowie einige wenige Süßwasserpolypen. Weltweit gibt es etwa 11000 Nesseltier-Arten, von denen manche sogar Parasiten geworden sind
Nesseltiere sind eine sehr alte Tiergruppe, die es seit über 550 Millionen Jahre gibt.

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Quallen und Polypen

Als Qualle oder Meduse bezeichnet man ein bestimmtes Lebensstadium von Nesseltieren und Rippenquallen. Rippenquallen bilden einen eigenen Tierstamm, da ihnen die typischen Nesselzellen und der Generationswechsel der Nesseltiere fehlen. Obwohl Rippenquallen ähnlich wie z.B. Schirmquallen aussehen, sind die Rippenquallen nicht näher mit den Nesseltieren verwandt.
Die meisten Arten mit einem Quallenstadium leben im Meer,es gibt aber auch aus Asien stammende Süßwasserquallen.
Quallen bevölkern seit mehr als 500 Millionen Jahren die Weltmeere.

Quallen sind gallertartige Organismen, die zu rund 98 bis 99 Prozent aus Wasser bestehen. Ihre Gestalt ist schirmartig mit einem hängenden Magenstiel, an dessen Unterseite sich eine Mundöffnung befindet. Sie bestehen aus zwei einschichtigen, hauchdünnen Gewebslagen: der Außenhaut und der Innenhaut, zwischen denen eine zellfreie Schicht liegt. Die meisten Quallen haben lange Tentakel, die mit Nesselzellen ausgestattet sind. Diese benutzen sie zum Fang von Beutetieren oder zur Verteidigung. Diese Nesselzellen bilden ein giftiges Sekret. Kommt es zu einer Berührung, platzt die Nesselkapsel im Innern der Nesselzelle auf und stülpt einen Nesselfaden nach außen, der gleichzeitig das in der Nesselkapsel enthaltene, lähmende Gift abgibt. Nachdem die Qualle auf diese Weise ihr Gift verbreitet hat, werden die Nesselkapseln abgestoßen und neue gebildet.

Bei den Nesseltier-Quallen kommt es zu einem Generationswechsel: Die Quallen produzieren Geschlechtszellen, die zur Zygote verschmelzen. Aus dieser entsteht eine Planulalarve, die sich am Boden festsetzt und aus der ein Polyp entsteht. Dieser bildet auf ungeschlechtlichem Wege durch Abschnürung Ephyralarven, die wieder zu neuen Quallen werden.

Quallen sind Fleisch- und Pflanzenfresser.Sie ernähren sich meist von Kleinstlebewesen wie Plankton, Kieselalgen oder kleinen Krebsen. Die Nahrung wird zuerst betäubt und dann durch die Mundöffnung verschlungen.

Bei Menschen verursacht das über die Nesselzellen abgesonderte Sekret meist einen brennenden Schmerz, Hautrötungen oder juckende Ausschläge (Blasenbildungen, Schwellungen). Unbehandelt ist die Wirkung mit einer leichten Verbrennung zu vergleichen, wodurch über Monate sichtbare Pigmentveränderungen oder sogar Narben zurückbleiben können. Das Gift einiger weniger Arten kann Atembeschwerden, Brechreiz oder gar einen Kreislaufkollaps verursachen. Bleiben die Tentakeln oder Teile davon am Menschen haften, so sollten diese nicht mit bloßen Händen berührt werden, da sie noch sehr lange Gift absondern können. Aus dem gleichen Grund ist auch die Berührung gestrandeter Quallen nicht ratsam.
Einige Quallenarten entwickeln eine starke, bisweilen für den Menschen lebensgefährliche Nesseltätigkeit. Dazu gehören Würfelquallen , die mit ihren Tentakeln Fische greift, und Chiropsalmus, deren Nesseln Schwellungen der Haut und Krampfzustände hervorrufen können. Besonders berüchtigt ist das Gift der australischen Seewespe.

Korallen und Blumentiere

Korallen kommen ausschließlich im Meer vor, insbesondere im Tropengürtel. Man unterscheidet zwischen Weichkorallen und Steinkorallen. Steinkorallen bilden durch Einlagerungen von Kalk Skelette, durch die Korallenbänke oder ein Korallenriff entstehen, da totes Skelettmaterial fortwährend von lebendigem Gewebe überwuchert wird. Die Einzelskelette sind in der Regel pflanzenartig verzweigt und an den Zweigenden, den Wachstumsspitzen, sitzen oft farbenprächtige Polypen, die den Eindruck verstärken, man hätte es mit unterseeischen Blütenpflanzen zu tun.

Korallen sind Filtrierer, d. h. sie ernähren sich auch durch das Herausfiltern von Plankton, Nährstoffen und Spurenelementen aus dem strömungsreichen Meerwasser. Viele der Korallen, die in Nähe der Wasseroberfläche leben, ernähren sich jedoch großteils durch eingelagerte Symbiosealgen, welche auch für die intensiven Farben im lebendigen Gewebe der Koralle verantwortlich sind. Diese einzelligen Algen sind mit ihrem pflanzlichen Photosynthese-Stoffwechsel nahtlos in den Nährstoffhaushalt der Koralle eingebunden. Je nach vorhandenem Plankton kann auch die Größe der Korallenpolypen sehr unterschiedlich sein, wobei die Polypengröße von Millimeter-Bruchteilen bis zu mehreren Zentimetern variiert.
Die Symbuiose-Algen der Korallen sind sehr temperaturempfindlich. Erwärmt sich das Wasser zu stark, beginnen sie Giftstoffe zu produzieren und werden daraufhin von den Korallen abgestoßen, sie dann sofort absterben. Der weiße Kalkmantel bleibt bestehen, daher der Begriff Korallenbleiche. Durch die globale Erwärmung (Klimawandel) kommt es häufiger und länger andauernd zum "Überhitzen" des Meerwassers. Dadurch verläuft eine ansonsten leicht verlaufende Korallenbleiche, von der sich eine Koralle erholen kann, schwerer und führt schließlich zum Absterben.
Eine weitere Gefahr droht durch die Versauerung der Meere, die einen Teil des von den Menschen produzierten Kohlenstoffdioxid (CO2) aufnehmen, was die Bildung neuer Kalkschalen verhindert.
Durch Tiefseefischerei (Schlepp- und Grundnetzfischerei) sind Tiefseekorallen bedroht. Riesig-lange Unterwasserkabel zwischen den Kontinenten zur Telekommunikation stellen ebenfalls eine Bedrohung dar.

Korallen gibt es seit über 400 Millionen Jahren.

Korallen sind festsitzende, koloniebildende Nesseltiere. Die verschiedenen Gruppen von Korallen sind nicht näher miteinander verwandt. Die meisten Korallen gehören zu den Blumentieren. Dazu gehören die Steinkorallen, die den Hauptanteil an der Entstehung der Korallenriffe haben, und auch die Weich-, Leder- und Röhrenkorallen. Die Schwarzen Korallen sind mit 150 Arten sehr viel artenärmer. Feuer- und die Filigrankorallen gehören nicht zu den Blumentieren. Sie haben einen Generationswechsel zwischen frei-schwebenden Quallen und den festsitzenden- die Koralle bildenden Polypen. Sie gehören zur Klasse der Hydrozoa.
Wer hat das Größte Bauwerk der Welt gemacht? Ist es der Burj Khalifa in Dubai, das höchste Gebäude der Welt? Oder ist es die chinesische Mauer, die sogar vom Mond aus gesehen werden kann? Nein! Das größte Bauwerk, das größte von Lebewesen auf der Erde geschaffene Bauwerk ist ein viele Millionen Jahre altes, von winzigen Polypen geschaffene Bauwerk:

Das Great Barrier Reef vor der Küste Australiens: Das Great Barrier Reef, das größte Korallenriff der Erde. Im Jahre 1981 wurde es von der UNESCO zum Weltnaturerbe erklärt.. Am 11. Juni 1770 entdeckte der britische Seefahrer James Cook das Große Barriereriff, als er während seiner ersten Südseereise dort mit seinem Schiff HMS Endeavour auf Grund lief.

Schwämme

Schwämme sind noch einfacher gebaut als Korallen. Sie bilden einen Tierstamm innerhalb der Abteilung der Gewebelosen. Sie leben allesamt im Wasser und kommen in allen Meeresgewässern der Erde vor. Nur wenige Arten leben im Süßwasser. Es gibt über 7500 Arten von wenigen Millimetern bis über drei Meter Höhe. Die Gestalt der meisten Arten ist abhängig von Ernährung und Milieu. Im Unterschied zu den Gewebetieren haben Schwämme keine Organe. Sie leben festsitzend, bevorzugt auf Hartboden, können aber auch Überzüge auf Pflanzen oder Muschel- und Schneckenschalen bilden. Der überwiegende Teil der Schwämme ernährt sich durch Filtration. Im Erdaltertum vor über 400 Millionen Jahren waren manche Schwämme sogar wichtige Riffbildner.

Schwämme bilden drei unterschiedliche Zelltypenaus und bilden ein Skellett, unter anderem auch die bekannten Badeschwämme.