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Robben und Seekühe

Robben sind ins Wasser gewanderte Raubtiere. Ihre Vorfahren waren hundeartige Tiere und ihre nächsten Verwandten sind die Bären. Vor 25 Millionen Jahren waren die Ur-Robben den heute lebenden Arten schon sehr ähnlich, hatten aber noch zum Laufen an Land geeignete Vorder- und Hinterbeine.

Es gibt 35 Robbenarten die zu den 3 Familien Hundsrobben, Ohrenrobben und Walrossen gehören.

Robben findet man in allen Meeren. Die meisten Arten leben in den kalten Polarregionen um den Nordpol und am Südpol. Nur wenige Arten kommen in den Tropen vor, z.B. die Mönchsrobben und den Galápagos-Seebär.

Fast alle Robben bewohnen das Meer. Da sie immer wieder an Land kommen, entfernen sie sich aber nicht allzu weit von der Küste und sind daher nicht auf hoher See anzutreffen. Eine kleine Zahl von Robben findet man auch im Süßwasser. Die Baikalrobbe ist die einzige Robbenart, die ausschließlich im Süßwasser zu finden ist. Der gemeine Seehund, für gewöhnlich ein Meerestier, lebt in Kanada an Seeufern. Im russischen Ladogasee und im finnischen Saimaa-See findet man Ringelrobben.

Robben ernähren sich ausschließlich räuberisch. Die meisten jagen Fische. Aber es gibt auch Arten die sich anders ernähren. Seeleoparden machen beispielsweise am Südpol Jagt auf Pinguinen oder kleinere Robben. Walrosse suchen den Meeresboden nach Schnecken und Muscheln ab

Die Seekühe sind keine Verwandten der Robben. Ihre nächste lebende Verwandtschaft sind die Elefanten.

Seekühe haben im Gegensatz zu den Robben keine Gliedmaßen, mit denen sie sich an Land fortbewegen können. Sie leben ihr ganzes Leben in flachen Gewässern in Küstennähe oder auch im Süßwasser.
Seekühe sind Vegetarier, die sich von Seegras, Tang oder Algen ernähren.

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Hundsrobben

Die Hundsrobben sind die größte Familie innerhalb der Robben. Am artenreichsten ist die Familie am Nord- und Südpol; während in den Tropen nur wenige Arten leben. Mit Seehund und Kegelrobbe gehören auch die beiden an deutschen Küsten lebenden Robbenarten zu den Hundsrobben.

Zu den Hundsrobben gehören sowohl die größten als auch die kleinsten Robben. Im Durchschnitt sind sie allerdings kleiner als die Vertreter der Ohrenrobben und Walrosse. Die kleinsten Arten sind Baikalrobben und Ringelrobben mit Längen zwischen 110 und 140 cm und einem Gewicht von etwas über 50 kg. Den Größenrekord hält der Südliche See-Elefant, dessen Bullen sechseinhalb Meter lang und dreieinhalb Tonnen schwer werden können. Anders als bei den Ohrenrobben sind Männchen und Weibchen meistens gleich groß oder die Weibchen sind geringfügig größer als die Männchen. Ausnahmen bilden hier die See-Elefanten und die Klappmützen, bei denen die Bullen erheblich größer sind.

Hundsobben bewegen sich mit kräftigen Sclägen der Hinterflossen im Wasserfort, während sie die Vorderflossen eng anlegen. Sie sind an die Fortbewegung im Wasser noch besser angepasst als die Ohrenrobben. Diese bewegen sich im Wasser ähnlich wie die Pinguine mittel Schläge mit ihren Vorderflossen. An Land wirken die Hundsrpbben dafür unbeholfener als die ohrenrobben: Die undsrobben konnen ihre Hinterflossen nicht mehr unter den Körper klappen sondern können sich nur robbend vorwärts schieben. Eine mühsame Angelegenheit an Land.
Ohrenrobben daggegen klappen an Land ihre Hinterflossen unter den Körper und können auf allen Vieren an Land watscheln und sogar ganz gut klettern.

Ohrenrobben

Die Ohrenrobben sind eine Familie meist großer Robben, zu der man die Seebären und Seelöwen zählt, die an zahlreichen Felsenküsten der Weltmeere große Kolonien bilden. Sie sind im Gegensatz zu den Hundsrobben noch verhältnismäßig gut an das Leben an Land angepasst. Etwa können sie, wie oben bereits erwähnt, ihre Hinterflossenan Land nach vorne klappen und als Hinterbeine gebrauchen. Somit können Ohrenrobben auf allen Vieren gehen (oder besser watscheln) und sogar auf Felsen klettern.

Die Männchen der größten Ohrenrobben-Art, der Neuseeländischen Seelöwen, können bis zu 3,5 Meter groß werden, während Weibchen der Galápagos-Seebären manchmal nur eine Körperlänge von einem Meter erreichen. Das Gewicht schwankt nach Art und Geschlecht zwischen 25 Kilogramm bei manchen Seebären-Weibchen und mehr als 500 Kilogramm bei Männchen der Stellerschen Seelöwen. Ohrenrobben Männchen werden deutlich größer und schwerer als die Weibchen. Bei den Nördlichen Seebären sind die Männchen sogar viereinhalb mal so schwer wie die Weibchen.

Die Ohrenrobben haben ihren Namen daher, dass die Tiere, im Gegensatz zu den Hundsrobben , äußerlich sichtbare Ohren haben. Diese sind meist etwa fünf Zentimeter lang, von knorpeliger Konsistenz und laufen nach außen spitz zu.

In Zirkussen, Delfinarien und anderen Tiershows wird bevorzugt der Kalifornische Seelöwe gezeigt, der sich zu Kunststücken mit Bällen und Reifen dressieren lässt. Es ist also ein Seelöwe, der mitunter einen Ball auf seiner Nasenspitze balanzieren kann und nicht, wie manchmal falsch behauptet wird, ein Seehund.

Walrosse

Das Walross kommt in den kalten Meeren der Nordhalbkugel vor und ist die einzige Art in der Familie der Walrosse. Die gewaltigen Walrosse ziehen sich an Land mit ihren Stoßzähnen vorwärts .
Walrossbullen werden etwa dreieinhalb Meter lang, die Kühe hingegen nur drei Meter; das Gewicht eines Männchens kann 1200 Kilogramm übertreffen, Weibchen wiegen zwischen 600 und 800 Kilogramm. Walrosse können bis zu 40 Jahre alt werden.

Der Körper der Walrosse ist von einem etwa einen Zentimeter kurzen, stoppeligen Haarkleid bedeckt, das mit zunehmendem Alter dünner wird. Die Haut ist etwa vier Zentimeter dick und faltig; darunter befindet sich eine fünf bis acht Zentimeter dicke Fettschicht. Die extrem dicke Haut schützt die Tiere vor Verletzungen durch scharfe Eiskanten oder spitze Steine. Bei erwachsenen Männchen ist sie an Nacken und Schultern nochmals verstärkt und dient hier wohl zusätzlich dem Schutz vor Verletzungen bei Rangkämpfen unter den Männchen. Bei der Geburt haben Walrosse eine kräftig rotbraune Farbe, im Alter werden sie immer blasser und sind schließlich gelblichbraun. An der Farbe eines Walrosses kann man daher sein Alter abschätzen.

Das auffälligste Merkmal des Walrosses sind die zu langen Stoßzähnen ausgebildeten oberen Eckzähne, die auch als Hauer bezeichnet werden. Sie sind bei beiden Geschlechtern vorhanden, bei den Männchen aber in der Regel länger, stämmiger, von eckigerem Querschnitt und auch geradliniger als bei den Weibchen. Die Hauer werden meistens 50 Zentimeter lang; Die längsten Hauer haben eine Länge von rund einem Meter. Bei jungen Walrossen sind die Eckzähne noch nicht entwickelt, sie brechen erst im Alter von sechs bis acht Monaten durch.
Walrosse gebrauchen ihre Stoßzähne zur Verteidigung gegen Fressfeinde, als Kopfstütze, zum Aufbrechen von Atemlöchern im Eis oder als Hilfsmittel beim Verlassen des Wassers. Ganz wichtig ist auch die soziale Funktion dr Hauer, um Geschlecht, Alter und sozialen Status ihrer Träger zu demonstrieren.

neben den Ohrenrobben besitzen Walrosse die beweglichsten Flossen unter den Robben.

Schutz und Gefährdung

Für Inuits sind Robben bis heute nicht nur eine bedeutende Nahrungsquelle, sondern liefern auch Haut für Leder und das Robbenfell für Pelze. Früher wurden auch Knochen zur Werkzeugherstellung, Sehnen für Bogen und Fett für wärme- und lichtspendende Öllampen genutzt. Gerade für Inuit ist die Jagt sehr wchtig, da sie im ewigwn Eis keinen Ackerbau betreiben können. Auch die Māori der Südinsel Neuseelands und die Aborigines australischer Südküsten erlegten Seebären und nutzten sie in ähnlich vielfältiger Weise wie die Inuit.

Während diese traditionellen Jagden den Robben kaum schadeten, wurden sie durch die Robbenjäger ab dem 18 Jahrhundert stark bedrängt. Die Robbenjäger waren es auch, die die Steller-Seekuh ausrotteten. So wurde auch Der Antarktische Seebär, der zu etlichen Millionen Tieren an den Küsten subantarktischer Inseln beheimatet war, von kreuz und quer durch das Südpolarmeer fahrenden Robbenjägern zwischen 1800 und 1830 beinahe ausgerottet.
Als Folge der brutalen und schlachtenden Robbenjäger, die auf ihrer gierigen Jagt nach Robben alle Meere durchsegelten wurde die Karibische Mönchsrobbe ausgerottet und fast alle Robben in ihrer Anzahl reduziert. Manche Arten, die früher gewaltige Kolonien bildeten, leben heute nur noch in winzigen Grüppchen an den Küsten.
Heute werden meistens andere Robbenarten getötet, denn die letzten verbliebenen Seebären stehen größtenteils unter Schutz. Es ist vor allem die Sattelrobbe, deren Jungtiere zur Gewinnung des Fells getötet werden. Diese Tötungen werden alljährlich von Protesten von Tierschützern begleitet, die öffentlichkeitswirksam mit den Gesichtern von Robbenbabys werben. Die traditionelle Jagd erwachsener Tiere durch die Inuit wird im Gegensatz dazu meist auch von Naturschützern akzeptiert.

Seekühe

Die Seekühe sind eine Ordnung pflanzenfressender Säugetiere mit vier Arten. Die Elefanten sind ihre nächsten Verwandten. Neben den Walen und den Robben bilden Seekühe die ditte Gruppe meeresbewohnender Säugetiere. Anders als Robben haben sie keine geeigneten Gliedmaßen, um sich an Land zu bewegen. Im Gegensatz zu den Walen halten sich Seekühe aber stets in Küstennähe oder gar im Süßwasser und oft in sehr flachem Wasser auf.

Seekühe sind massige Tiere mit einem walzenförmigen Körper. Sie erreichen Körperlängen von 2,50 bis vier Metern, dabei variiert das Gewicht zwischen 250 und maximal 1.500 Kilogramm. Die Vorderbeine der Tiere sind zu Flossen umgewandelt, die Hinterbeine sind gänzlich rückgebildet. Eine Rückenfinne wie bei den meisten Walen gibt es nicht, der Schwanz ist zu einer waagerechten Flosse umgebildet.

Seekühe teilen sich in zwei Familien auf, die man an ihren Schwanzflossen unterscheidet. Während Gabelschwanzseekühe eine halbmondförmige Fluke besitzen, ist sie bei den Rundschwanzseekühen kreis- oder spatenförmig.

Die Verbreitungsgebiete der heute lebenden Seekühe überschneiden sich nicht und liegen teilweise sehr weit voneinander entfernt, liegen aber allesamt in den Tropen. So findet man die einzige heute noch lebende Art der Gabelschwanzseekühe, den Dugong, ausschließlich im Meer an den Küsten des Indischen Ozeans, einschließlich des Roten Meeres. Die Arten der Rundschwanzseekühe leben zum einen im Golf von Mexiko vor den Küsten Floridas und den südöstlichen USA sowie den nördlichen Küsten Südamerikas (Karibik-Manati, Trichechus manatus), des Weiteren im Gebiet des Amazonas in Südamerika (Amazonas-Manati, Trichechus inunguis) und schließlich in den Flusssystemen des Niger und anderer westafrikanischer Flüsse zwischen dem Senegal und dem nördlichen Angola (Afrikanischer Manati, Trichechus senegalensis).

Seekühe leben einzeln oder in kleinen Familienverbänden, manchmal kommt es auch zur Bildung größerer Gruppen mit mehreren hundert Tieren. Dabei gibt es kaum soziale Bindungen mit Ausnahme der Mutter-Kind-Beziehung, die etwa zwei Jahre andauert. Ein Tag-Nacht-Rhythmus ist nicht ausgeprägt, diese Tiere können sowohl am Tag als auch in der Nacht aktiv sein. Zwischen Mutter und Kind kommt es zu so genannten Mutter-Kind-Duetten. Seekühe können also auch "singen", wie die Wale.
Seekühe bewegen sich stets langsam treibend und schwimmend. Dabei kommen ausgewachsene Seekühe etwa alle ein bis fünf Minuten an die Wasseroberfläche, um zu atmen. Ausgedehntere Tauchgänge können bis etwa 20 Minuten dauern. Außer dem Menschen haben Seekühe nur sehr wenige natürliche Feinde. Dazu gehören in den Meeresgebieten vor allem größere Haie und der Große Schwertwal, in den Flüssen vor allem Krokodile und in Südamerika zusätzlich der Jaguar.

Seekühe ernähren sich vorwiegend pflanzlich. Ihre Nahrung besteht aus Seegras, Algen und anderen Wasserpflanzen sowie für sie erreichbaren Blättern von Mangrovenbäumen. Manatis brauchen etwa 90 Kilogramm pflanzliche Nahrung an einem Tag, sie sind im Schnitt täglich sechs bis acht Stunden mit Fressen beschäftigt.
Wohl unbeabsichtigt verzehren sie mit der pflanzlichen Nahrung auch kleine Schnecken oder Insekten, welche die Tiere mit Eiweiß versorgen. Es gibt Berichte, wonach Tiere in Gefangenschaft mit Begeisterung Fische gefressen haben. In Jamaika wurden Karibik-Manatis beobachtet, die Fische aus Netzen gestiebitzt und verzehrt haben.

Schutz und Gefährdung der Seekühe

Früher wurden Seekühe von den Küstenbewohnern wegen ihres Fleisches gejagt. Vor allem die traditionelle Jagt durch Indianer schadete ihren aber nicht sehr. Dramatisch wurde erst die spätere Bejagung duch Robbenjäger. So wurde etwa die Stellers Seekuh in arktischen Gebieten innerhalb von 27 Jahren nach ihrer Entdeckung durch Robbenjäger 1768 ausgerottet.
Heute gelten alle vier lebenden Arten als gefährdet. Die größte Gefährdung geht dabei nicht mehr von einer Bejagung aus, sondern, vor allem für den Karibik-Manati, durch Sportboote, die den Tieren mit ihren Schrauben schwere Verletzungen beim Überfahren zufügen können. Vor allem vor den US-amerikanischen Küsten im Golf von Mexiko wurden aus dem Grunde Schutzgebiete angelegt und durch deutlich sichtbare Schilder kenntlich gemacht; Motorbootverkehr ist in diesen Gebieten nicht erlaubt. Eine weitere Bedrohung ist das Vordringen des Menschen in ihren Lebensraum. Seekühe benötigen eine immense Menge an Wasserpflanzen und damit verbunden eine gute Wasserqualität, die durch Erschließung ihrer Rückzugsgebiete immer mehr abnimmt. Besonders die Flüsse in Südamerika und Afrika werden immer stärker getrübt und mit Umweltgiften verseucht, pflanzenreiche Rückzugsgebiete werden selten.