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Tarnkleid, Frostschutzmittel und andere Tricks

Der frostige und entbehrungsreiche Winter ist für Tiere eine echte Herausforderung. Die Temperaturen klettern oft tief unter den Nullpunkt und das Nahrungsangebot wird für die meisten Arten sehr knapp. Zusätzlich wird die Nahrungssuche oft durch eine dicke Schneeschicht erschwert, auf der sich`s noch dazu schlecht laufen lässt!

Um zu überleben, haben Tiere zu einer Menge Tricks gegriffen:

  • Frostschutzmittel: Kein Scherz! Um nicht zu gefrieren und den Zelltod zu sterben setzen manche Wechselblütler während der Winterstarre auf körper-eigene Frostschutzmittel wie Glucose oder Eiweißmoleküle-> siehe auch Winterstarre
  • Viele Wildtiere bekommen im Winter ein richtig dichtes Fell. Dieser Winterpelz isoliert so gut, dass z.B. beim Rotwild frisch gefallener Schnee auf dem Rücken sehr lange liegen bleibt ohne zu schmelzen.
  • Das Rotwild senkt seine Temperatur auf normalerweise tödliche 15 Grad- und fällt in eine Art "Kältestarre oder "Mini-Winterschlaf"->daher braucht das Wild viel mehr Ruhe als sonst, da ein "Erwachen" aus dieser Starre extrem viel Kraft raubt. Siehe auch: 3sat.online
    Die Tiere liegen dann einfach da-und lassen sich durchaus gerne einschneien; auch der Schnee schützt vor noch tieferen Temperaturen.
    Eine weitere Anpassung des Rotwilds an den Winter ist das Schrumpfen wichtiger innerer Organe -und auch ihr Organismus geht auf Sparflamme.
  • Wasservögel wie die Stockenten schützen sich mit dichten Daunen vor den eisigen Wassertemperaturen. Ein gut gefettetes Federkleid sorgt außerdem dafür, dass das kalte Wasser abperlt und gar nicht erst an den Körper dringt. Kalte Füße?
    Wasservögel kühlen ihre Füße runter. Das sorgt zum einen für einen langsameren Wärmeaustausch zwischen Fuß und Umgebung und lässt die Tiere zum anderen die Kälte nicht so stark empfinden.
  • Manche Tiere wie Schneehase oder Schneehuhn verändern im Winter ihre Fellfarbe und sind so für Feinde nicht mehr so gut sichtbar.
  • Schneeschuhe: Schneehasen haben sogar noch einen Trick: ihre großen behaarten Füße sinken im Schne nicht ein-wie Schneeschuhe. Superpraktisch!
  • Mäuse schlafen oder ruhen im Winter nicht. Sie legen sich im Winter einen Wintervorrat an. Viele Mäuse-zu den "echten Mäusen" gehören auch die Ratten-suchen sich im Winter einen warmen Unterschlupf. Sie bevorzugen dabei warme menschliche Behausungen. Ein kleines Loch zum Durchzwängen reicht ihnen, und schon hat man eine Maus als unerwünschten Untermieter im Keller oder Dachboden.
    Wußtest Du, daß auch Mäuse im Winter ihre Körpergröße und auch die inneren Organe verringern können? Dadurch wird wahrscheinlich die Wärmeabgabe reduziert.
  • Geänderter Speiseplan: Meisen überleben im Winter, indem sie ihre Nahrungsgewohnheiten umstellen und zu Vegetariern werden. Anstelle von Insekten futtern sie im Winter Körner und Samen
  • © S.Geroldinger 2009; Bilder:alle pixelio